Kompaktfassade unter Druck: Wie das Gebäudeprogramm, die VKF-Brandschutzlogik und eine festgefahrene Sanierungsrate den Schweizer WDVS-Markt prägen
Die Wärmedämmung der Gebäudehülle bleibt das Kerngeschäft des Schweizer Malerhandwerks – doch stagnierende Fördergelder, verschärfte Brandschutzanforderungen und ein chronisch zu langsames Sanierungstempo verlangen vom Fassadenbau ein Umdenken bei Kalkulation, Materialwahl und Beratung.
Der Schweizer Markt für Kompaktfassaden und Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) steht 2026 an einem Wendepunkt. Aus dem Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen flossen 2024 erstmals seit 2016 nicht mehr Mittel als im Vorjahr – die Auszahlungen verharrten bei rund 528 Millionen Franken, davon 131 Millionen für Wärmedämmprojekte. Gleichzeitig sind in der Schweiz schätzungsweise 1,5 Millionen Gebäude energetisch sanierungsbedürftig, während die Sanierungsrate mit 0,9 Prozent noch nicht einmal das Ein-Prozent-Ziel erreicht. Für das Malerhandwerk, das die Fassadendämmung verputzt und gestaltet, verschiebt sich der Schwerpunkt von der reinen Mengenakquise hin zu Beratungstiefe, Brandschutzkompetenz und der korrekten Auslegung der VKF-Anforderungen.
Dieser Branchenreport (7 Kapitel) analysiert Markt, Recht, Förderung, Technik und Praxis — mit 9 belegten Quellen.